Erwerb der Qualifikation für Bauleiter, Planer & Verantwortliche
Die fachgerechte Herstellung und Sicherung von Baugruben und Gräben ist eine zentrale Voraussetzung für sicheres Arbeiten im Tiefbau. Diese Schulung vermittelt praxisnahes Wissen zur Anwendung der DIN 4124 und DIN EN 1610 sowie zu den Vorschriften des Arbeitsschutzes. Ziel ist es, Verantwortliche in Planung, Ausführung und Überwachung in die Lage zu versetzen, Aushubarbeiten sicher, regelkonform und wirtschaftlich umzusetzen.
Rechtssicherheit und Praxiswissen für alle Beteiligten
Die Schulung bietet fundiertes Fachwissen für alle, die mit der Herstellung von Baugruben und Gräben betraut sind. Dabei werden sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen behandelt, die zur Vermeidung von Unfällen und zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben erforderlich sind.
Anhand konkreter Fallbeispiele und aktueller Regelwerke lernen die Teilnehmenden, wie sie sicheres Arbeiten im Graben gewährleisten, Verbauarten im Tiefbau korrekt anwenden und die Anforderungen aus DIN 4124 und DIN EN 1610 in der Praxis umsetzen. Besonderes Augenmerk liegt auf den Schnittstellen zwischen Planung, Ausführung und Bauüberwachung.
Ihr Nutzen auf einen Blick
- Sicherheit bei der Herstellung und Sicherung von Baugruben und Gräben erhöhen
- Rechtliche Anforderungen aus DIN 4124, DIN EN 1610 und dem Arbeitsschutzgesetz sicher anwenden
- Risiken bei Arbeiten an tiefergelegenen Standorten erkennen und wirksam minimieren
- Fachgerechte Auswahl und Umsetzung von Verbauarten im Tiefbau
- Praxisnahe Schulung mit direktem Bezug zu typischen Baustellensituationen
Wie lange dauert die Schulung?
09:00 - ca. 16:00 UhrAn wen richtet sich die Schulung?
Für die Teilnahme werden keine formalen Zertifikate vorausgesetzt, aber ein Grundverständnis über Ausschachtungsarbeiten ist notwendig. Der Kurs richtet sich v.a. an: Aufsichtsführende Maschinenführer und Baggerfahrer Aufsichtführende (Poliere, Vorarbeiter) im Straßen-, Tief-, Rohrleitungs- und Kabelleitungstiefbau Bauleiter im Straßen-, Tief-, Rohrleitungs- und Kabelleitungstiefbau Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte im Baugewerbe Mitarbeiter von Ingenieur- und Planungsbüros Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinatoren im Baugewerbe Vertreter von Baulastträgern, Ver- und Entsorgungsbetrieben, Straßenmeistereien und BauhöfenWelche Inhalte werden in der Schulung behandelt?
- Rechtsgrundlagen und mögliche Rechtsfolgen
- Dokumentation: Checklisten, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisungen
- Grundlagen und einflussnehmende Bedingungen
- Mindestabstände von Fahrzeugen und Baumaschinen
- Herstellen von Baugruben und Gräben
- Verbauarten und Anforderungen
- Einbauverfahren Grabenverbaugeräte
- Waagerechter und senkrechter Verbau (Normverbau)
- Informationsmöglichkeiten, Praxisbeispiele
Welcher Schulungsnachweis wird erworben?
Sie erhalten eine Schulungsbescheinigung.Welche Leistungen sind im Preis enthalten?
Im Preis enthalten sind Schulungsbescheinigung, Sicherheitspass der MORAVIA Akademie bei Bedarf und Seminarunterlage. Bei Präsenz-Seminaren ist die Bewirtung der Teilnehmer im Preis enthalten (Tagungsgetränke, Kaffeepausen, Mittagessen). Bei Online-Seminaren erhalten die Teilnehmer vorab die Unterlagen per E-Mail (PDF) .Gut zu wissen
Ob Hoch-, Tief-, Kabelleitungstief, Kanal- oder Straßenbau – In allen verschiedenen Bausparten kommen Ausschachtungen in Form von Baugruben und/oder Gräben vor. Neben den fachlichen Kenntnissen über Böden, Bodenarten und Zusammenhänge zwischen Arbeitsverfahren und dem zu erstellenden Ingenieurbauwerk müssen die Anforderungen des Arbeitsschutzes beachtet werden. Nur dann können Sie ein sicheres Arbeiten und eine nachhaltige Leistung garantieren. Bei der Erstellung von Baugruben und Gräben hängen die Vorgaben aus dem Arbeitsschutz und die technischen Abforderungen noch enger zusammen als in anderen Baubereichen. Grundsätzlich gelten Ausschachtungsarbeiten nach den aktuellen Arbeitsschutzvorschriften als „gefährliche Arbeiten“. Daraus lässt sich ein entsprechend hohes Schutzniveau ableiten.269,00 €
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Die MORAVIA Akademie steht für Sie als kompetenter Ansprechpartner mit einem breiten Spektrum an Erfahrung und Fachwissen zu Verfügung.
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Frau Sabine Jendryschik
Tel. 0611 9502-350
Frau Julia Diefenbach
Tel. 0611 9502-323
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Weiterführende Informationen zur Baugruben- und Grabensicherung
Definitionen und Regelwerke: Wann greift welche Norm?
Bevor die Erstellung von Baugruben und Gräben beginnt, muss die rechtliche und technische Grundlage geklärt sein:
- DIN 4124:2012-01: Sie beschreibt das „Wie“ – also die technischen Parameter für Böschungen und Verbauarten, um die Standsicherheit zu gewährleisten.
- Die DGUV Vorschrift 38: Sie fordert ein sicheres Herstellen von Baugruben und Gräben. Die Anwendung einschlägiger DIN-Normen, wie der DIN 4124, begründet regelmäßig die Vermutungswirkung, dass diese Pflicht erfüllt ist.
- DIN EN 1610: Diese Norm ist anzuwenden, wenn die Grabenbreiten für Abwasserleitungen ermittelt werden müssen.
- Was ist eine Baugrube? Eine Baugrube ist der Raum, der unterhalb der Geländeoberfläche ausgehoben wird, beispielsweise zur Gründung einer baulichen Anlage, zum Bau von Teilen von Verkehrsanlagen oder zur Erstellung von Schachtbauwerken.
Geotechnik und Umgebungseinflüsse: Baugrund, Wasser und Kampfmittel
Die Standsicherheit wird massiv durch die Geologie und äußere Lasten beeinflusst:
- Baugrundgutachten (DIN 4020): Ein Baugrundgutachten nach DIN 4020 ist insbesondere bei größeren Tiefen, bebauter Umgebung oder schwierigen Bodenverhältnissen dringend zu empfehlen. Mindestens die Angabe der Geotechnischen Kategorie (GK) ist nach VOB notwendig.
- Kampfmittelfreiheit gem. Landesrecht: Besonders in urbanen Gebieten ist die Sondierung auf Blindgänger und Munitionsreste vor Baubeginn zwingend, um Lebensgefahr und Baustopps zu vermeiden.
- Umgang mit Wasser: Niederschlagswasser oder unterirdisches Wasser (Schichtenwasser, Grundwasser) ist neben anderen beeinflussenden Bedingungen immer ein großes Risiko. Unkontrollierter Wasserzufluss oder drückendes Wasser reduziert die Reibungskräfte im Boden massiv.
- Lastannahmen: Verkehrslasten, Stapellasten und Erschütterungen müssen als zusätzlicher Seitendruck auf die Grabenwand einkalkuliert werden.
Technische Planungsparameter: Böschungswinkel berechnen
Die Geometrie der Sicherheit folgt klaren Grenzwerten. Ohne rechnerischen Nachweis gelten nach der DIN 4124 folgende Winkel:
- Nichtbindige oder weiche bindige Böden (z. B. Sand, Kies): max. 45°.
- Steife oder halbfeste bindige Böden (z. B. lehmiger Sand, Mergel): max. 60°.
- Fels (fest, verwitterungsbeständig): max. 80°.
Die genannten Böschungswinkel gelten ausschließlich für Regelfälle ohne zusätzliche Einwirkungen bis zu einer Tiefe von fünf Metern. Bei Wasser, Auflasten oder besonderen Randbedingungen ist ein rechnerischer Nachweis oder Verbau erforderlich.
Verbauarten und sicherer Rückbau von Baugruben
Die Wahl der richtigen Verbauart ist entscheidend für eine sichere Baugrube. Je nach Boden und Platzverhältnissen kommen klassische Normverbauten aus Holz oder moderne Verbaugeräte wie Verbauelemente und Gleitschienenverbau zum Einsatz.
Ebenso wichtig wie der Einbau ist der kontrollierte Rückbau des Verbaus. Dieser erfolgt stets schrittweise und parallel zur Verfüllung, damit die Baugrube stabil bleibt. Ein vorzeitiges Herausziehen ganzer Verbauelemente kann gefährliche Instabilitäten verursachen und muss unbedingt vermieden werden.
Damit die Baugrube langfristig sicher bleibt, wird das Verfüllmaterial fachgerecht eingebracht und lagenweise verdichtet. So lassen sich spätere Setzungen und Schäden an Straßen, Leitungen oder angrenzenden Gebäuden zuverlässig verhindern.
Verantwortlichkeit & Haftung
Die Einhaltung des betrieblichen Arbeitsschutzes und Verkehrssicherungspflicht basiert auf einem Zusammenspiel verschiedener Akteure. Hierzu zählen:
- Bauleiter, die die Gesamtverantwortung für den sicheren Ablauf der Arbeiten tragen
- Poliere und Vorarbeiter, die täglich auf der Baustelle Entscheidungen treffen und Gefährdungen beurteilen
- Maschinisten und Geräteführer, die mit Baggern oder Verbausystemen arbeiten und Sicherheitsabstände einhalten müssen
- Mitarbeitende im Bauhof, die Verbaugeräte bereitstellen, prüfen und dokumentieren
Häufige Fragen zu den Schulungen und zur Herstellung von Baugruben allgemein
I. Recht & Haftung
Warum ist diese Schulung für Unternehmen rechtlich wichtig?
Brauche ich diese Schulung? Ja, weil Ausschachtungsarbeiten nach aktuellen Arbeitsschutzvorschriften als „gefährliche Arbeiten“ eingestuft werden. Daraus leitet sich ein besonders hohes Schutzniveau ab. Die Schulung hilft Verantwortlichen (insbesondere Bauleitern), die hohen Sicherheitsanforderungen der DIN 4124 und DIN EN 1610 zu erfüllen, rechtssicher zu agieren und persönliche Haftungsrisiken gegebenenfalls zu minimieren.
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen bei der Missachtung von Vorschriften im Tiefbau?
Bei Verstößen gegen das Arbeitsschutzgesetz oder technische Regeln drohen, unabhängig von einer schriftlichen Pflichtenübertragung, erhebliche persönliche Haftungsrisiken. Im Schadensfall reicht das Spektrum von Bußgeldern über zivilrechtliche Schadensersatzansprüche (z. B. bei Schäden an Nachbarhäusern) bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen.
Welche Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation?
Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Instrument, um die Erfüllung der Sorgfaltspflicht nachzuweisen. Gemeinsam mit Betriebsanweisungen und täglichen Prüf-/Checklisten bildet sie eine lückenlose Dokumentation. Die am Bau Beteiligten, die diese Unterlagen fachgerecht führen, können im Ernstfall belegen, dass sie präventiv und regelkonform gehandelt haben.
II. Fragen zu den Seminaren und zum Ablauf
In welcher Form kann ich an der Schulung teilnehmen?
Wir bieten maximale Flexibilität: Sie können die Schulung als interaktives Online-Seminar absolvieren oder als maßgeschneiderte Inhouse-Schulung direkt in Ihrem Unternehmen bzw. an einem Schulungsort und Schulungszeitraum Ihrer Wahl anfragen.