ASR A5.2: Thementag der MORAVIA Akademie zeigt Wirkung

Am 27.6.2019 wurde der neue Entwurf der Handlungshilfe zur ASR A5.2 vorveröffentlicht. Hier findet sich Vieles wieder, was auch am Thementag der MORAVIA Akademie im Mai erörtert wurde.

Die Fachvorträge von Horst Leisering (BG Bau) und Hans-Werner Seul (Straßen NRW) sowie die anschließende Diskussionsrunde am 10. Mai in Wiesbaden zeigten, dass der Teufel wie immer im Detail steckt.

So wurden zum Beispiel die verkehrsrechtlichen Mindestabstände bezüglich der Fahrstreifenbegrenzung zur Verkehrseinrichtung intensiv diskutiert. Diese gelten laut RSA 95 schließlich nur für Leitbaken. Im neuen Entwurf der Handlungshilfe wird nun darauf hingewiesen, dass dieses Maß auch auf Leitkegel und andere bauliche Leitelemente sinngemäß übertragbar ist.

Grundsätzlich soll die Handlungshilfe vor allem Lösungen für „kritische Grenzfälle“ nach ASR A5.2 Kapitel 4.3 Absätze (3) und (4) aufzeigen:

„Können die Mindestmaße aus den Tabellen 1 und 2 nicht eingehalten werden, sind als Ergebnis einer Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen festzulegen, die mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für die Beschäftigten erreichen […]“

„Wären bei Festlegung von Schutzmaßnahmen nach Absatz 3 besondere Gefährdungen für die Verkehrsteilnehmer infolge erheblicher Behinderungen bzw. erheblicher Verkehrsbelastungen zu erwarten, sind in Abstimmung mit den für den Arbeitsschutz und den für den Straßenverkehr zuständigen Behörden stattdessen die Schutzmaßnahmen festzulegen, die für Beschäftigte auf Straßenbaustellen und für Verkehrsteilnehmer gleichermaßen die größtmögliche Sicherheit gewährleisten.“

Der neue Entwurf (Stand Juni 2019) soll zunächst die Fachöffentlichkeit informieren und produktive Diskussionen auslösen, bevor er in der Länderanhörung betrachtet wird. Den Teilnehmern der MORAVIA-Seminare steht sie ab sofort auch als Schulungsunterlage zur Verfügung.