Kommunale Herausforderung im Winter 2025/2026 - Streusalz- und Personalmangel
Der kommunale Winterdienst zählt zu den logistisch und personell anspruchsvollsten Aufgaben im Verlauf des Jahres. Er stellt sicher, dass Straßen, Radwege, Gehwege und kritische Verkehrsachsen auch unter schwierigen Witterungsbedingungen befahrbar und sicher bleiben. Die Organisation umfasst dabei nicht nur die Einsatzplanung von Personal und Maschinen, sondern auch die Lagerhaltung von Streumitteln, Fahrzeugeinsatzplanung und die Zusammenarbeit mit Behörden, Dienstleistern.
Gerade im Jahr 2026 zeigt sich, wie stark Winterdienst und Ressourcenplanung miteinander verknüpft sind: anhaltende Winterwitterung mit häufigen Kältephasen hat sowohl den Streusalzbedarf in die Höhe getrieben als auch die Belastung für kommunale Bauhöfe verstärkt.
Streusalzmangel 2026 - Ursachen, Folgen und Handlungsempfehlungen
In der Wintersaison 2025/26 führte eine Kombination aus anhaltender Kälte, häufigen Glättephasen und intensiven Schneefällen dazu, dass Streusalzvorräte vielerorts schneller verbraucht wurden als ursprünglich geplant. Kommunen, die ihre Vorräte an mildere Winter angepasst hatten, sahen sich schnell mit knappen Ressourcen konfrontiert.
Diese wetterbedingten Situationen verteuern nicht nur den Materialverbrauch, sondern erhöhen auch die Anforderungen an Einsatzplanung und Logistik - von der Bedarfsprognose bis hin zur Lagerung.
Die Konsequenzen sind vielfältig:
- Priorisierung von Hauptverkehrsachsen und Rettungswegen, während Nebenstraßen und Gehwege weniger intensiv behandelt werden.
- Sicherheitsrisiken im Verkehr, besonders auf Radwegen und Nebenstrecken.
- Finanzielle Belastungen durch Nachbestellungen oder kurzfristige Materialbeschaffung, oft zu ungünstigeren Konditionen.
Was können Kommunen tun?
Diesen Winter sehr wahrscheinlich nur noch wenig. Schaffen Sie Priorisierungen im Streuplan und streuen Sie nur noch priorisierte Straßen und Rettungswege entsprechend nach Verkehrsaufkommen und Risikopotential.
Setzen Sie sich am besten schon jetzt mit Ihren Lieferanten zusammen, um flexible Liefervereinbarungen für die Zukunft zu verhandeln. So können Sie einen Mangel an Streusalz abmildern.
Prüfen Sie die Einbindung von Wetterdaten in Ihre Einsatzplanung, um Ressourcen besser verteilen zu können.
Eine weitere ergänzende Möglichkeit wäre, eine alternative Streumethode wie Sole oder Feuchtsalz zu verwenden. FS30 beispielsweise kann sparsamer und effizienter eingesetzt werden. Dem gegenüber stehen jedoch höhere Anschaffungskosten bei der Umstellung.
Bestehende Streufahrzeuge müssen umgerüstet oder neu angeschafft werden, da zusätzliche Soletanks, Pumpen sowie eine spezielle Düsentechnik erforderlich sind, um die 30-%ige Natriumchlorid-Sole direkt vor der Ausbringung mit dem Trockensalz (70 %) zu vermischen. Darüber hinaus ist häufig auch eine technische Anpassung im Bauhof notwendig, etwa durch den Bau geeigneter Solelagerbehälter und Befüllanlagen. Zwar sinkt durch FS30 der Salzverbrauch pro Quadratmeter deutlich, in der Praxis oft auf etwa 7-10 g/m². was langfristig Ressourcen spart, jedoch erfordern Soleherstellung, Lagerung und die Wartung der komplexeren Technik zusätzlichen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Dem stehen klare Vorteile gegenüber: Das Feuchtsalz haftet besser auf der Fahrbahn, wird weniger vom Wind verweht, wirkt schneller auf Eis und Schnee und reduziert durch die geringere Ausbringmenge die Umweltbelastung spürbar.
Fachkräftemangel im Winterdienst - Externe Unterstützung als Strategie
Aktuelle Befragungen (Umfrage: Fachkräftemangel beim Winterdienst) zeigen, dass viele kommunale Bauhöfe mit Personalengpässen im Winterdienst zu kämpfen haben - ein Faktor, der durch die höheren Anforderungen der Saison 2026 noch deutlicher wurde.
Viele Bauhöfe greifen bereits auf externe Dienstleister, Landwirte oder private Räumdienste zurück, um personelle Engpässe zu überbrücken. Diese Zusammenarbeit kann kurzfristig Entlastung bringen.
Praxisnahe Lösungsansätze für Entscheidungsträger
Um den Herausforderungen durch Materialknappheit und Fachkräftemangel systematisch zu begegnen, sollten kommunale Entscheidungsträger die folgenden Strategien in Betracht ziehen:
Personalstrategien
- Ausbau interner Qualifizierungsprogramme und gezielte Weiterbildung junger Mitarbeiter durch Finanzierung von Führerscheinen oder Bereitstellung von mehr Ausbildungsplätzen.
Ressourcenstrategie
- Dynamische Vorratshaltung mit flexibler Nachbestelllogistik.
- Nutzung von digitalen Wetter- und Verbrauchsprognosesystemen.
Kooperationen stärken
- Vereinbarungen mit Nachbarkommunen zur gegenseitigen Unterstützung.
Weiterbildung als Schlüssel zur erfolgreichen Winterdienst-Organisation
Um den Winterdienst effizient, rechtskonform und ökologisch umzusetzen, ist fundiertes Fachwissen unerlässlich. Wir bieten mit der Schulung „Winterdienst‑Organisation und Durchführung“ hierzu eine praxisnahe Schulung an, die genau auf die Herausforderungen zugeschnitten ist. In diesem Seminar erhalten Verantwortliche:
- Rechtssicherheit durch fundiertes Wissen zur Verkehrssicherungspflicht und zur Streupflicht im Winter
- Effiziente Organisation durch strukturierte Einsatzplanung
- Wirtschaftlichkeit durch optimierte Ressourcenverwendung
- Ökologische Aspekte im Winterdiensteinsatz berücksichtigen
- Praxisnahe Umsetzung mit konkreten Handlungsempfehlungen
Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Kompetenzen zu stärken und sich für kommende Herausforderungen im Winter 2026/2027 optimal aufzustellen. Ob als Online-Seminar, Präsenzveranstaltung oder Inhouse-Schulung – die MORAVIA-Akademie bietet flexible Formate für Ihre Bedürfnisse.
Die Winterdienstsaison 2025/26 macht eindrücklich klar, dass gute Vorbereitung, effiziente Organisation und kontinuierliche Weiterbildung die zentralen Erfolgsfaktoren sind. Materialknappheit und Fachkräftemangel dürfen nicht zum Risiko für die Verkehrssicherheit werden, vielmehr sollten sie Anlass sein, bestehende Strategien zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Zugehörige Produkte
Der Winterdienst ist unverzichtbar, um bei Schnee und Eis den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die gesetzliche Streupflicht, die klare Anforderungen an Verantwortliche stellt.Rechtssicherheit und effiziente OrganisationFür eine rechtssichere und wirtschaftliche Organisation des Winterdienstes sind fundierte Kenntnisse in den Bereichen Technik, Recht und Einsatzplanung erforderlich. In dieser Winterdienst Schulung erfahren Verantwortliche, wie sie ihre Aufgaben effektiv, ökologisch und gesetzeskonform umsetzen können – sowohl im öffentlichen als auch im gewerblichen Bereich.Praxisorientierte Winterdienst SchulungDie Schulung vermittelt praxisnah, wie der Winterdiensteinsatz geplant, koordiniert und dokumentiert wird. Dabei werden sowohl die Anforderungen an kommunale Betriebe, Straßen- und Autobahnmeistereien als auch an private Dienstleister berücksichtigt.Ihr Nutzen auf einen BlickRechtssicherheit durch fundiertes Wissen zur Verkehrssicherungspflicht und zur Streupflicht im WinterEffiziente Organisation durch strukturierte EinsatzplanungWirtschaftlichkeit durch optimierte RessourcenverwendungÖkologische Aspekte im Winterdiensteinsatz berücksichtigenPraxisnahe Umsetzung mit konkreten Handlungsempfehlungen