Staatsminister Kai Klose überreicht Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Am Montag, den 7.10.2019 ist die MORAVIA Akademie + Verlag GmbH der Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege beigetreten. Insgesamt unterschrieben im Haus der Wirtschaft in Frankfurt am Main 41 neue Unternehmen die Charta und bekannten sich so zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und zur weiteren Entwicklung von Lösungen für pflegende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Lesen Sie hierzu die Pressemitteilung des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft e. V. 
Datum:   Montag, 7. Oktober 2019, 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort:   Haus der Wirtschaft Hessen, Emil-von-Behring-Straße 4, 60439 Frankfurt am Main 
 
 
Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege:  Mehr als ein Lippenbekenntnis – 41 Neuzugänge
 
Neben  der  eigenen  Berufstätigkeit  für  die  Pflege  von  Angehörigen  verantwortlich  zu  sein, sich  um  Versorgung,  Praxisbesuche,  Haushalt,  das  alltägliche  Leben  zu  kümmern,  diese Doppelbelastung  betrifft  jede  elfte  erwerbstätige  Person.  Insbesondere  Vollzeitbeschäftigte kommen  da  schnell  an  ihre  Grenzen.  Jede  dritte  Pflegeperson  reduziert  daher  ihre Arbeitszeit  oder  hört  ganz  auf  zu  arbeiten.  Es  gibt  aber  immer  mehr  Arbeitgebende,  die bereit sind, mit ihren Angestellten Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu finden. 254 Unternehmen mit weit über 300.000 Beschäftigten sind bereits der hessischen Initiative „Beruf und Pflege vereinbaren“ beigetreten.
 
Der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, begrüßte heute im Haus der Wirtschaft in Frankfurt am Main 37 neue Charta-Unternehmen. „Die pflegerische Versorgung in  Deutschland  wird  zum  größten  Teil  von  Angehörigen  erbracht.  Hier  in  Hessen  werden über drei Viertel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Ihre Angehörigen stemmen also den  Löwenanteil  der  Pflege“,  so  Klose.  „Die  Unterzeichnung  der  Charta  ist  eine Win-Win-Situation für Beschäftigte und Unternehmen. Mit dem Beitritt zeigen Unternehmen, dass sie für  das  Thema  Vereinbarkeit  von  Pflege  und  Beruf  offen  sind  und  gemeinsam  mit  den Beschäftigten Lösungen suchen“, betonte der Minister.
 
Die  Vereinbarkeits-Charta  wurde  vom  Hessischen  Ministerium für  Soziales  und Integration gemeinsam mit der AOK Hessen, der berufundfamilie Service GmbH und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. ins Leben gerufen. Ein Herzstück der Initiative ist die von der AOK  angebotene  Qualifizierung  betrieblicher  Pflege-Guides:  „Sie  sind  für  die  jeweiligen Kolleginnen und Kollegen, die daheim die Pflege von Angehörigen bewältigen müssen, die erste Anlaufstelle innerhalb ihres Unternehmens. Mittlerweile sind 350 Pflege-Guides in über 200  Betrieben  aktiv,  so  viele  wie  noch  nie“,  erklärte  Detlef  Lamm,  Vorsitzender  des Vorstands der AOK Hessen. 

Zielsetzung: Pflegebewusstsein verankern – für eine zeitgemäße Organisationskultur
 
Vom  kleinen  Handwerksbetrieb  bis  zum  Großbetrieb  engagieren  sich  bereits  seit  2013 hessische  Unternehmen,  Behörden,  Gemeinden,  Institutionen  und  Hochschulen  aus unterschiedlichsten  Branchen  und  Bereichen  mit  der  Charta  für  eine  pflegesensible Personalpolitik  –  und  jedes  Jahr  werden  es  mehr.  Den  Charta-Unternehmen  stehen  die Teilnahme  an  Netzwerktreffen,  verschiedene  Materialien  sowie  Qualifizierungen  und Umsetzungsangebote  durch  die  Initiative  zur  Verfügung.  Darüber  hinaus  unterstützt  die hessische  Initiative  die  Charta-Unterzeichnenden  mit  Fachveranstaltungen, Kompetenztrainings, Netzwerkveranstaltungen sowie mit einem Webportal.
 
Die  Charta-Mitglieder  übernehmen  mit  ihrem  Bekenntnis  zur  Vereinbarkeit  von  Beruf  und Pflege  gesellschaftliche  Verantwortung,  sie  sensibilisieren  für  das  Thema  Pflege,  und  sie beteiligen  sich  an  der  Entwicklung  tragfähiger  Lösungsansätze,  die  pflegenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Arbeitgebenden gleichermaßen gerecht werden. Mit der  Unterzeichnung  der  Charta  zur  Vereinbarkeit  von  Beruf  und  Pflege  signalisieren hessische  Firmen,  Betriebe,  Behörden  und  Institutionen  ihre  Bereitschaft,  pflegende Beschäftigte  zu  unterstützen  und  zu  entlasten.  Sie  legen  so  ein  Fundament  für  eine zeitgemäße Organisations- und Unternehmenskultur.
 
 
Weitere Informationen: 
Dr. Cornelia Seitz, Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. 
info@berufundpflege.hessen.de 
 
oder
 
Lynn Schmidl
06032 86958-717 
schmidl.lynn@bwhw.de