Warum Hitze ein Sicherheitsrisiko für Spielplätze ist
Die zunehmenden Hitzeperioden in Deutschland stellen Kommunen vor neue Aufgaben in der Spielplatzkontrolle. Extreme Temperaturen wirken sich nicht nur auf Menschen aus, sondern auch auf Materialien, Fallschutzflächen und die Stabilität von Spielgeräten. Viele Kommunen berichten bereits über vermehrte Schäden durch UV Belastung, Materialausdehnung oder ausgetrocknete Böden. Damit steigt das Risiko für Unfälle – und damit auch die Anforderungen an eine sorgfältige Verkehrssicherung.
Hitze wirkt auf Spielplätze in mehrfacher Hinsicht:
- Materialermüdung: Kunststoffe werden spröde, Metalle dehnen sich aus, Holz reißt schneller.
- Überhitzte Oberflächen: Rutschen, Kletterwände oder Metallgriffe können Temperaturen über 60 °C erreichen.
- Austrocknende Fallschutzflächen: Sand und Rindenmulch verlieren Dämpfung, Gummimatten können sich ablösen.
- Veränderte Bodenverhältnisse: Trockenheit führt zu Absenkungen, Stolperstellen und instabilen Fundamentelementen.
Gesetzliche Grundlagen und aktuelle Normbezüge
Auch bei neuen klimatischen Herausforderungen bleiben die rechtlichen Rahmenbedingungen unverändert. Kommunen müssen ihre Verkehrssicherungspflicht erfüllen und Gefahren frühzeitig erkennen.
Wesentliche Grundlagen sind:
- BGB § 823 – Haftung bei Verletzung der Verkehrssicherungspflicht
- DIN EN 1176 – Sicherheitsanforderungen an Spielplatzgeräte
- DIN 18034 – Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb von Spielplätzen
- DIN 79161 – Qualifikation von Spielplatzprüfern
Arten der Spielplatzkontrollen – jetzt mit Fokus auf Hitzeschäden
Visuelle Routine-Inspektion (täglich bis wöchentlich)
Besonders wichtig in Hitzeperioden. Prüfen Sie:
- überhitzte Oberflächen
- Risse in Holz oder Kunststoff
- gelöste Schrauben durch Materialausdehnung
- ausgetrocknete Fallschutzbereiche
Operative Inspektion (monatlich bis vierteljährlich)
Hier sollten Kommunen verstärkt auf folgende Punkte achten:
- Stabilität von Klettergerüsten und Schaukeln
- Zustand von Gummifallschutz (Ablösungen, Schrumpfungen)
- UV Schäden an Kunststoffteilen
- Funktion beweglicher Elemente, die sich durch Hitze verziehen können
Jährliche Hauptinspektion
Die Hauptinspektion sollte künftig auch eine Bewertung der klimatischen Belastbarkeit beinhalten:
- Materialalterung durch UV Strahlung
- strukturelle Veränderungen durch Hitze und Trockenheit
- langfristige Stabilität der Fundamente
Qualifikation der Prüfenden
Gerade bei neuen Herausforderungen wie Hitzeschäden ist gut geschultes Personal entscheidend. Prüfer sollten:
- Kenntnisse über hitzebedingte Materialveränderungen besitzen
- regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen
- die aktuellen Normen sicher anwenden können
Dokumentation & Maßnahmen
Eine lückenlose Dokumentation ist Pflicht – und bei Hitzeschäden besonders wichtig, da viele Mängel schleichend entstehen. Dokumentiert werden sollten:
- Art der Kontrolle
- festgestellte Hitzeschäden (z. B. Risse, Verformungen, Überhitzung)
- Sofortmaßnahmen und empfohlene Reparaturen
Konsequenzen bei Vernachlässigung
Werden hitzebedingte Risiken ignoriert, drohen:
- Schadensersatzforderungen
- strafrechtliche Konsequenzen
- Imageschäden für die Kommune
Fazit
Die zunehmenden Hitzewellen verändern die Anforderungen an die Spielplatzkontrolle. Kommunen müssen ihre Prüfprozesse anpassen, Personal schulen und die Auswirkungen von Hitze stärker berücksichtigen. Nur so können sie die Sicherheit der Kinder gewährleisten und ihre Verkehrssicherungspflicht erfüllen.
Schulungen der MORAVIA Akademie
Für Kommunen, die ihre Mitarbeitenden optimal vorbereiten möchten, bietet die MORAVIA Akademie spezialisierte Weiterbildungen:
- Visuelle Spielplatzkontrolle – Routineprüfung & Dokumentation
- Sachkundige Person für operative Prüfung – gem. DIN EN 1176
- Operativer Spielplatzprüfer nach DIN 79161 – Auffrischung & Rezertifizierung
Zugehörige Produkte
Damit Spielplätze sicher sind, ist es wichtig, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. Hier sind die Betreiber von Spielplätzen gefordert. Sie müssen sicherstellen, dass qualifizierte Spielplatzprüfer regelmäßige Kontrollen an Spielplätzen durchführen und dass diese den gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsstandards entsprechen. Dabei werden sowohl die Spielgeräte als auch der Untergrund und die Umgebung des Spielplatzes überprüft. In der 3-tägigen Schulung lernen Teilnehmer in Theorie und Praxis die Prüfung von Spielplatzgeräten und ganzen Spielplätzen operativ durchzuführen. Gemäß der Norm DIN EN 1176 für Spielplatzgeräte dürfen ausschließlich qualifizierte Personen (Sachkundige) Wartungs-, Instandhaltungs- und Kontrollmaßnahmen auf Spielplätzen durchführen. Die Schulung besteht aus einem Theorie- und einen Praxisteil und endet mit einer praktischen Prüfung.
Jeder, der einen Spielplatz betreibt, ist für die Sicherheit des Platzes verantwortlich. Dies ergibt sich aus der Verkehrssicherungspflicht. Daher sind in kurzen Abständen visuelle Prüfungen der Spielplätze durchzuführen. Diese werden oftmals von Aufsichtspersonen aus z.B. Kindergarten oder Schule, zu dem der Spielplatz gehört durchgeführt. Was dabei zu beachten ist und wie diese auch schlank dokumentiert werden können, erfahren die Teilnehmer in der Online-Schulung.
Die Norm EN 1176 für Spielplatzgeräte ist ein umfangreiches Regelwerk, das kontinuierlich aktualisiert und erweitert wird. In unserem eintägigen Seminar bieten wir einen Überblick über die neuesten Entwicklungen und Änderungen in der Norm sowie bei der Rechtsprechung zu Unfällen auf Spielplätzen. Dieser Auffrischungskurs richtet sich an Personen, die operative Inspektionen durchführen und bereits die Qualifikation für die operative Prüfung erlangt haben. Eine Aktualisierung zum Erhalt der Befähigung ist dabei alle 3 Jahre erforderlich.