TL Asphalt-StB 26 und ZTV Asphalt-StB 26: Die wichtigsten Neuerungen im Überblick
Nach langjähriger Überarbeitung hat die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) im April 2026 die aktualisierten Regelwerke für den Asphaltstraßenbau veröffentlicht. Mit den neuen „TL Asphalt-StB 26“ und „ZTV Asphalt-StB 26, Teil 1“ steht nun ein umfassendes Regelwerk bereit, das aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Arbeitsschutz, Baupraxis, Qualitätssicherung und vor allem Nachhaltigkeit adressiert.
Diese Änderungen bringen TL Asphalt-StB 26
Wesentliche Änderungen dabei sind:
- Neugliederung der ZTV Asphalt-StB
- Aufnahme unterschiedlicher Maßnahmen sowie Verfahrensweisen zur Sicherstellung des Arbeitsschutzes (maschinentechnische und organisatorische Maßnahmen sowie unterschiedlichen Verfahrensweisen beim Umgang mit Temperaturabgesenktem Walzasphalt (TA-Asphalt))
- Einführung von Bitumenpaaren als zweckmäßige resultierende Bindemittelart und -sorte
- Änderung der Verfahren zur Klassifizierung der resultierenden Bindemittelart und –sorte
- Aufnahme von neuen Asphaltmischgutarten- und sorten
- Anpassung der Zusammensetzung von bereits bekannten Asphaltmischgutarten- und -sorten
- Anpassungen und Ergänzungen bei der Handhabung von Asphaltgranulat zur Erhöhung der Zugabemengen und Steigerung der Qualität
- Inhalt der Eignungsnachweise
- Art und Umfang von Kontrollprüfungen
- Abzugsregel
- usw.
Seit April 2026 sind die TL Asphalt-StB sowie die ZTV Asphalt-StB 26, Teil 1 für die Autobahn GmbH des Bundes eingeführt. Im nächsten Schritt sollen sie durch die Obersten Straßenbaubehörden der Länder für den Bereich der Bundes- und Landesstraßen eingeführt werden. Anschließend werden auch die kommunalen Straßenbaulastträger folgen.
Mehr Arbeitsschutz durch temperaturabgesenkte Verfahren
Ein zentrales Anliegen der Neuauflage ist die Förderung der temperaturabgesenkten Herstellung und des Einbaus von Asphaltmischgut, so dass der ab dem 01.01.2027 verbindliche Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Dämpfe und Aerosole bei der Heißverarbeitung von Bitumen eingehalten werden kann. Grundsätzlich sind die Regelungen bereits durch das ARS 13/2025 bekannt, so das auf dessen Grundlage bereits abgeschlossene Verträge kompatibel bleiben. Dabei werden verschiedene Verfahren (Schaumbitumentechnologie, gebrauchsfertig viskositätsverändertes Bitumen nach den TL VBit-StB, organische, mineralische oder oberflächenaktive Zusätze) berücksichtigt, die nun zu Standardverfahren werden. Diese Maßnahmen dienen nicht nur dem Arbeitsschutz, sondern tragen durch eine geringere Energieintensität maßgeblich zur Ressourcenschonung bei. Für künftige Ausschreibungen und Verträge ist ihre Berücksichtigung dringend zu empfehlen, insbesondere wenn die Laufzeit bzw. der Asphalteinbau sich auch in das Jahr 2027 erstrecken.
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Zugehörige Produkte
Ab dem 01.01.2027 gilt der im Jahr 2019 bereits verabschiedete Arbeitsplatzgrenzwert für Dämpfe und Aerosole bei der Verarbeitung von Destillationsbitumen von 1,5 mg/m³. Die Temperaturabsenkung beim Walzasphalt ist ein wichtiger Teil des umfangreichen Schutzmaßnahmenkonzepts zur Einhaltung dieser Vorgaben. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren, die in den letzten Jahren erprobt wurden. Mit der Einführung der neuen Generation an Regelwerke im Straßenbau werden die technischen und vertraglichen Rahmen gesetzt und die temperaturabgesenkten Bauweisen werden zu Regelbauweisen. Vorteil dieser Bauart sind nicht nur ein verbesserter Arbeitsschutz. Auch die Umwelt profitiert durch verminderte CO2-Emission von der Temperaturreduktion.
Der Einbau von Asphalt ist ein zentraler Bestandteil im Straßen- und Tiefbau – und zugleich eine anspruchsvolle Aufgabe, die technisches Know-how, präzise Ausführung und ein tiefes Verständnis der geltenden Regelwerke wie der ZTV Asphalt-StB erfordert. Diese Schulung vermittelt praxisnah die Grundlagen für den fachgerechten Einbau von Asphalttragschichten und Deckschichten, um die Qualität und Dauerhaftigkeit von Straßenbelägen nachhaltig zu sichern.Grundlagen für eine langlebige StraßeninfrastrukturTeilnehmende erhalten fundiertes Wissen zu Einbauverfahren, Verdichtungstechniken, Temperaturführung, sowie zur Qualitätssicherung und Bauüberwachung. Die Inhalte orientieren sich an aktuellen technischen Standards und sind speziell auf die Anforderungen von Fachkräften im Straßenbau zugeschnitten.Inhalte mit Praxisbezug – für Fachkräfte aus Planung, Ausführung und ÜberwachungDie Schulung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die in der Planung, Ausführung oder Überwachung von Asphaltarbeiten tätig sind. Durch praxisnahe Beispiele und den Austausch mit erfahrenen Referenten wird das Verständnis für die technischen und organisatorischen Anforderungen beim Asphalteinbau vertieft.Ihr Nutzen auf einen BlickVermittlung von praxisrelevantem Fachwissen zum Einbau von Asphalt nach aktuellen RegelwerkenVerständnis für Einbauverfahren, Verdichtung, Temperaturführung und QualitätssicherungSicherheit bei der Planung, Ausführung und Kontrolle von AsphaltarbeitenAustausch mit anderen Fachkräften und erfahrenen ReferentenStärkung der fachlichen Kompetenz für die tägliche Arbeit im Straßenbau